Unterschiede – “u r weird”

Heute bin ich schon 194 Tage in den USA und in dieser Zeit sind mir dann doch relativ viele Dinge aufgefallen, die in diesem Land einfach ganz anders sind.

Generell kann ich sagen, dass die Amerikaner als Personen sehr sehr stolz auf ihr Land sind. Dies merkt man nicht nur an ihrer Ausdrucksweise, sich haeufig als Amerikaner zu bezeichnen, sondern auch fast vor jeden Haus, die uebrigens meistens riesig sind, einen gemuetlichen Keller zum Zusammenkommen haben und einen Pool oder so besitzen, ist eine Nationalflagge. In der Schule starten wir ausserdem jeden Tag mit der “Pledge of Alligance” (darueber koennt ihr in meinem Beitrag ueber das Schulleben lesen), wobei wir den Blick zur Flagge gerichtet haben und die Hand an die Stelle unseres Herzens legen. Vor jedem Spiel einer Varsity Mannschaft wird die Nationalhymne gesungen.

Ein grosser Teil vieler Menschen hier in den USA ist ausserdem die Religion. Praktisch an jeder Strassenecke ist eine Kirche zu finden und ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir selbst nicht bewusst war, wie viele verschiedene Religionen, also zum Beispiel die ganzen Unterordnungen im Christentum, es eigentlich gibt. Religion und glaube ist generell aber auch etwas anderes, als es in Deutschland ist. Die Jugend nutzt es als Gelegenheit zusammenzukommen und Zeit miteinander zu verbringe, was haeufig in Clubs geschieht. Klar, das gibt es auch in Deutschland, aber hier ist es sehr viel groesser und intensiver im Vergleich zu zum Beispiel einer mir bekannten Messdienergruppe. Auch ich bin hier in Roanoke einem Club beigetreten, welcher sich “YoungLife” (Junges Leben) nennt. In diesem Club sind so ca. 45 Leute mit zwei “Gruppenleitern”, welche sehr jung sind und somit gut mit Jugendlicen kommunizieren koennen (auuserdem haben sie gerade einen kleinen Jungen bekommen, AAH!). Mit ihnen singen wir viel und meistens gehen wir zusammen eine Bibelstelle durch und innterpretieren diese, um sie auf unser Alltagsleben zu uebertragen. Viele Leute schreiben dies sogar auf und haben eine Art Buch fuer Bibelzitate, die sie in Zitate fuer’s Leben umschreiben. Wenn Club am Abend ist, ueberwiegen ausserdem die Spiele, die immer total witzig sind. Danach beten wir und fahren alle zusammen zu Bojangles, einem FastFood Restaurant, wo wir Mitglieder von anderen YounLife Gruppen treffen. Normalerweise ist jeden Mittwoch vor der Schule “Campaigners”, was theoretisch einfach die Morgenversion von YoungLife ist.

ESSEN! Ja, Amerika ist komplett ungesund. Ich selber habe hier mittlerweile schon 8kg zugenommen und von meinen Austauschschuelerfreunden hoere ich gluecklicherweise aehnliches! 😀 Ich schiebe das hier einfach mal auf meinen Fuss, also ist das okay! Generell muss ich aber einfach echt sagen, dass die Portionen ungefaehr doppelt so gross sind, wie die in Deutschland. Die Nebengerichte sind meistens Chips und eher wenig Leute entscheiden sich fuer einen Salat. Chips sind generell total gross hier, ich sehe jeden Tag mindestens 3 Leute, die eine kleine Chipstuete zum Mittag essen oder sie als Snack im Unterricht essen. Teilweise muss ich auch einfach lachen, wenn Leute versuchen, gesunder zu essen und dann auf Fast Food verzichten wollen. Mehrmals habe ich schon gehoert: Ich esse heute Chicken, das ist kein Fast Food und gesund. Das Problem jedoch ist, dass es dann wieder mit Pommes kommt, oder die Wings in einer fetten Sosse eingelegt worden sind und es dann zusaetzlich noch einmal in einen Dip eingetunkt werden. Schmeckt zwar mega gut, ist dann aber doch einfach total ungesund. Ich denke mir hier trotzdem, dass ich das Essen hier geniessen muss (auch wenn mir das Fett teilweise echt auf den Geist geht), denn wo bekommt man schon einmal Eis in den Sorten Zuckerwatte, PB ‘n J oder Minze mit Oreos?!

Fuer mich als Maedchen ist Shoppen hier einer der besten Sachen, was meiner Kreditkarte manchmal echt weh tut. Aber die Laeden, die es hier gibt, sind fuer ein deutsches Maedchen einfach ein Traum und die Mall ist mit dem Auto nur 15 Minuten entfernt!!

Deutschland in Amerika ist, wie cih nicht gedacht haette, eine schon etwas groessere Sache. In meiner Government Klasse reden wir haeufig ueber Deutschlands Aussenpolitik und in den Nachrichten kann man eigentlich auch immer etwas ueber Deutschland lesen. Autowerbungen sind teilweise sogar in deutsch und BMW, Volkswagen und Mercedes sind total beliebt! Daher wurde ich auch schon von mehreren Jungs ueber Autos ausgefragt. Gleiches mit Fussball! Eigentlich jeder Junge weiss ueber Bayern Munich (Muenchen) und Borussia Dortmund Bescheid. Sie wollen dann gerne wissen, was meine Lieblingsmannschaft oder mein Lieblingsfussballspieler ist. Auch wenn sich das bis jetzt sehr positiv anhoert, viele Leute fokussieren sich immer noch auf die deutsche Vergangenheit. Ueber fragen wie “Habt ihr eigentlich Holocaustmuseen?” oder “Was denkst du ueber Hitler?”, darf ich mich hier einfach nicht aufregen. Ehrlich gesagt nervt es mich dann aber schon, dass es in so viele amerikanischen Filmen um den Nationalsozialismus und Hitler geht. Auch wenn jemand irgendwie einen dummen Spruch brigt, weiss ich, dass sie es ueberhaupt nicht boese meinen, aber im Endeffekt wuerde ich dies dann doch ueberhoeren.

Das letzte, worueber ich euch in diesem Beitrag erzaehlen moechte, sind die Persoehnlichkeiten und Charakterzuege, die mir hie rin den USA aufgefallen sind. Alle sind total hilsbereit, nett und offen und man kann eigentlich nie sagen, dass man auf sich allein gestellt ist. In der Schule faellt mir jedoch auf, dass es die besagten “Cliquen” gibt und eigentlich immer de gleichen Leute mit einander rumhaengen. Was ich eigentlich auch gut finde, nur teilweise ist es einfach schwer, weil die besten Freunde dann lieber etwas alleine machen moechten, anstatt sich mit einer anderen Gruppe zu treffen. Laestereinen sind hier uebrigens auch ganz gross! 😀 Aber weil es jeder tut, faellt der Streit im Endeffekt dann eher klein aus, fuer sie also keine grosse Sache. Ich halte mich meistens einfach raus und hoere zu haha. Bevor ich nach Amerika gekommen bin habe ich ausserdem gehoert, dass es eigentlich nicht wirklich moeglich ist, mit Jungs als Maedchen “nur” befreundet zu sein. Ich persoenlich ahbe diese Erfahrung eigentlich nicht wirklich gemacht und kann mit Jungs “nur” befreundet sein, ohne dass eine Seite irgendwelche anderen Intentionen hat. Von meinen Freunden von Ayusa habe ich da aber auch schon ganz andere Geschichten gehoert!

Ich hoffe dies konnte euch einen kleinen Eindruck davon geben, was hier in den Vereinigten Saaten so anders laeuft und wie man sich hier als Deutsche teilweise so fuehlt haha. 😀

Ich gehe dann jetzt auch mal wieder zurueck an die Schularbeiten,

Tschau tschau tschau (Zitat Morgan: “Why do you speak French?!”)

 

 

 

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